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Über die Fauna und Flora des Mittelmeeres informiert der Bestimungsführer von Das Mittelmeer - Band II/1 und Band II/2 (in Arbeit).

Einführend zum Thema Fauna und Flora des Mittelmeeres finden Sie hier tabellarische Übersichten der einzelnen Organismenreiche mit Angaben zu den geschätzen Artenzahlen weltweit und im Mittelmeer. Hier können Sie sich bereits ein erstes exaktes Bild über die Biodiversität des Mittelmeeres machen. Die Zahlen geben den Wissensstand 2002 wider. Es werden jedoch laufend neue Arten beschrieben, außerdem wandern über den Suezkanal aus dem Roten Meer immer wieder neue Arten ins Mittelmeer ein und in Folge der Klimaerwärmung auch über Gibraltar aus dem Atlantik. Hinzu kommen weitere "exotische" Arten, die im Ballastwasser der Schiffe und auf anderen Wegen ins Mittelmeer eingeschleppt werden.

Welche Organismenreiche gibt es? (im Mittelmeer und weltweit)

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Tabellarische Übersicht der Mikroorganismen: Viren, Archaea, Bacteria, Protisten. Mit Angaben der Artenzahlen weltweit im Vergleich zum Mittelmeer (im Fall der Mikroorganismen kann es sich nur um Schätzungen handeln).

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Tabellarische Übersicht der Pilze und Flechten (Fungi, Lichenes).
Mit Angaben der Artenzahlen weltweit im Vergleich zum Mittelmeer.

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Tabellarische
Übersicht der Pflanzen (Plantae). Mit Angaben der Artenzahlen weltweit im Vergleich zum Mittelmeer.

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Tabellarische
Übersicht der Tiere (Animalia). Mit Angaben der Artenzahlen weltweit im Vergleich zum Mittelmeer.

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Darstellung der Lebensräume

Das Werk Das Mittelmeer bietet ausführliche und detailierte Darstellungen der Lebensräume einschließlich der wichtigsten Arten:

  • Lagunäre Lebensräume
  • Salzgewinnungsanlagen als Lebensräume
  • Das Litoral
  • Das Phytal, Algenphytal
  • Infralitorale Hartböden
  • Circalitorale Hartböden
  • Höhlen
  • Gemeinschaften küstenferner, circalitoraler offshore-Felsböden
  • Bathyal-Gemeinschaften von Tiefseekorallen
  • Die Sedimentböden
  • Phytal der Sedimentböden, Seegraswiesen
  • Die Tiefsee


Die Arten werden nicht nur "für sich" dargestellt, sondern auch im ökologischen Zusammenhang.

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Grundbegriffe der Ökologie

Ökologie ist nach Ernst Haeckel (1869) die Lehre vom Haushalt der Natur (“… die Lehre von der Oeconomie, von dem Haushalt der thierischen Organismen“) oder anders “die gesamte Wissenschaft von den Beziehungen des Organismus zur umgebenden Außenwelt“. Andere Formulierungen umschreiben die Ökologie als die Wissenschaft der Beziehungen der Organismen untereinander und mit ihrer Umwelt. Die Stufen der Ökologie sind Autökologie, Populationsökologie und Synökologie, bei denen die einzelnen Organismen, die Populationen einer Art bzw. die Gemeinschaften mehrerer Arten oder ganze Ökosysteme im Mittelpunkt stehen.

In der Synökologie bedeutet die Lebensgemeinschaft oder Biozönose die belebte, der Lebensraum oder das Habitat die unbelebte Umwelt. Aus diesen beiden Komponenten kann ein Ökosystem entstehen, wenn sich wechselseitige Beziehungen innerhalb und zwischen ihnen entwickeln, die sich weitgehend selbst zu regulieren vermögen. Nach Krebs (1994) sind die Biozönosen durch folgende Parameter zu beschreiben: Artenreichtum, relative Abundanzen, Dominanzen, Lebensformen und Stoff- und Energiefluss. Der “Haushalt der Natur”, der von Haeckel in seiner Erklärung verwendet wurde, wird im Ökosystem besonders durch diesen Stoff- und Energiefluss bestimmt. Energielieferant ist dabei hauptsächlich das Sonnenlicht, das von den grünen Pflanzen zum Aufbau organischer Substanzen aus anorganischem Material benötigt wird. Dieser Vorgang setzt die Nahrungskette oder vielmehr das Nahrungsnetz in Gang, in der herbivore Tiere primär von Pflanzen, carnivore von den Herbivoren abhängig sind.

Entsprechend dem synökologischen Begriff Ökosystem bedeutet auf autökologischer Stufe die “ökologische Nische” das dynamische Wechselspiel der Organismen mit Biozönose und Habitat. Nach Pianka (1994) ist die ökologische Nische die optimale Ausnutzung der Natur durch einen Organismus. Das bedeutet eine Maximierung des Energie- (Nahrungs-)erwerbs bei gleichzeitiger Minimierung der dafür aufzuwendenden Energie. Eine solche Optimierung kann erst das Ende längerer Evolutionsprozesse sein.

Das Weltmeer bedeckt mit 70,8 Prozent den größten Teil der Erdoberfläche, dementsprechend groß ist seine ökologische Bedeutung als Lebensraum. Im Meer sind alle Tierstämme vertreten; etliche kommen sogar ausschließlich in der marinen Biosphäre vor. Sie weisen eine große Artenvielfalt auf. Die Gliederung der Meere, der Lebensraum des freien Wassers (Pelagial) und des Bodens (Benthal) sind im Band I dargestellt.

Unter den entscheidenden ökologischen Faktoren Licht, Temperatur und Nährstoffe bestimmt – besonders an der Oberfläche – vor allem die Temperatur den subtropischen Charakter der Mittelmeerfauna und -flora. Während die Temperatur am tiefen Boden, abweichend von jener der Weltmeere, um 13 °C beträgt, ist an der Oberfläche ein von Nord/West nach Süd/Ost ansteigendes Temperaturgefälle zu verzeichnen. Die Werte erreichen im Sommer 20–29 °C, sinken im Winter aber auf 17–12 °C (Golfe du Lion, Nordadria) ab. Dadurch ist das Mittelmeer geteilt in ein kühleres Westbecken, das auch boreale Faunenelemente (Marthasterias glacialis, Cyprina islandica, Ctenolabrus rupestris) beherbergt, und ein wärmeres und artenärmeres östliches Becken ohne boreale, aber mit vielen tropischen Elementen (Hermodice, Ophidiaster, Thalassoma pavo, Sparisoma cretensis).

Die Eindringtiefe des Lichts, unerlässlicher Faktor für das Wachstum der Flora, ist vom Einstrahlwinkel, der im Mittelmeer schon relativ hoch ist, sowie dem Vorhandensein anorganischer (Sedimente) und organischer Partikel (POM, Plankton) abhängig. Das Licht ist zusammen mit den Nährstoffen, besonders Phosphaten, Nitraten und Silikaten, sowohl im freien Wasser als auch am
Boden Auslöser der Assimilationstätigkeit der Pflanzen, was bei unterschiedlicher Intensität die jeweilige Produktivität beeinflusst. Hinsichtlich der Nährstoffe gibt es eher ein Nord-Süd-Gefälle mit höheren Konzentrationen an den europäischen Küsten, die vor allem durch die Fracht großer Flüsse (Ebro, Rhône, Arno, Tiber, Po) verursacht werden, während im südlichen Teil nur der Nil wesentlichen Einfluss hat. Einen Schwerpunkt in diesem Kapitel bilden die Nahrungsnetze und die Produktivität im Mittelmeer.

Zuerst aber soll die Einnischung der Mittelmeerorganismen im Kontext mit anderen Organismen der Gemeinschaft angesprochen werden. Der subtropische Charakter des Mittelmeeres bedingte eine schnellere Speziation seiner Bewohner und eine schnellere Evolution seiner Gemeinschaften als in borealen Zonen. Diese Vorgänge sind allerdings langsamer vor sich gegangen als in tropischen Meeresgebieten, so dass aufgrund geringerer Konkurrenz die Artenzahl kleiner ist und sich weniger Spezialisierungen entwickeln konnten als z. B. im benachbarten Roten Meer. Zudem war durch die Austrocknung im Miozän – im Kapitel “Geologie und Entstehungsgeschichte“ ausführlich beschrieben – ein erdgeschichtlich eingeschränkter Zeitrahmen von etwas mehr als fünf Millionen Jahren gegeben. Gerade diese relativ kurze Spanne zeigt aber, dass dennoch viele Prozesse mit besonderen Spezialisierungen ablaufen konnten, wie die vielen endemischen Arten im Mittelmeer beweisen.