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Grundfragen der Systematik & Taxonomie
ein Überblick

 

Biodiversität und Probleme der Systematik: ein Überblick

 

Robert Hofrichter, Wolfgang Petz, Bruno P. Kremer, Andreas Schmidt-Rhaesa und Karsten Schaumann

 

70,8 % der Erdoberfläche sind vom Weltmeer bedeckt (Erdoberfläche: 510 Mio. Quadratkilometer, Meeresfläche: 361 Mio. Quadratkilometer). Das Europäische Mittelmeer ist mit einer Fläche von 2505000 Quadratkilometer (= 0,7 % der Meeresfläche) zwar nur ein kleiner, allerdings ein in vielerlei Hinsicht bedeutender Teil davon. Die Biodiversität des Mediterrans liegt sowohl im terrestrischen als auch marinen Bereich weit über jenem Wert, der ihm rein rechnerisch der Fläche entsprechend zustehen würde. Einige Gründe für die hohe Vielfalt wurden in Band I von Das Mittelmeer dargestellt.

Wir gehen hier der Frage nach, was Biodiversität überhaupt ist und wie die Vielfalt des Lebendigen mithilfe der Systematik erfasst und katalogisiert wird. Es skizziert einige der vielen Probleme, die sich dabei ergeben und hilft dem Leser, die dynamische Entwicklung der organismischen Biologie besser zu verstehen.

Die Zeiten, in denen man mit “Pflanze oder Tier“ ein klares und geschlossenes “biologisches Weltbild“ haben konnte, sind lange vorbei. Es erscheint aus mehreren Gründen sinnvoll, am Anfang des zweibändigen Bestimmungsführers von Das Mittelmeer auf Fragen der Phylogenie, Evolution und Systematik einzugehen. Selbst studierte Biologen, die ihre Ausbildung vor 10 oder 5 Jahren abgeschlossen und die weitere Entwicklung nicht verfolgt haben, können den moderneren Auffassungen oft nicht mehr folgen. Bereits das in Lehrbüchern präsentierte System der Lebewesen ist oftmals nach wenigen Jahren veraltet.

Es ändern sich nicht nur die Namen einzelner Arten – eine “klassische“ und verwirrende Eigenheit der Biologie –, sondern auch Zahl und Inhalte der höheren taxonomischen Einheiten bis hin zu den Organismenreichen. Allein schon pragmatische Gründe machen es notwendig, auf Probleme der Systematik einzugehen, um eine sinnvolle und dem aktuellen Wissen entsprechende Anordnung der einzelnen Taxa im Buch erstellen zu können. Wir wollen die Biodiversität des Mittelmeeres in tabellarischen Übersichten im Vergleich mit der weltweiten Vielfalt in den Meeren analysieren. Diese Abhandlung bietet somiteinen ersten systematischen Überblick über die Vielfalt der mediterranen Organismenwelt – von den Bakterien über Protisten, Pilze, Flechten, Algen, marine Blütenpflanzen, Schwämme und alle Tiergruppen bis zu den Meeressäugern.

 
Was ist Systematik, was ist Taxonomie?

Was ist Systematik, was ist Taxonomie?

Ziel der Systematik ist es, die Vielfalt der Lebewesen (Biodiversität) zu untersuchen und die Organismen in ein Klassifikationsschema einzuordnen. Taxonomie ist die Theorie und Praxis der Klassifikation bzw. Beschreibung und Benennung (Nomenklatur) von Organismen. Der Begriff wird vielfach als Synonym für Systematik verwendet.

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Was ist Biodiversität?

Was ist Biodiversität?

 

Der Begriff Biodiversität – früher eher nur unter Fachleuten geläufig – weckt seit 1992, dem Jahr der UN-Umweltkonferenz von Rio de Janeiro, zunehmend das Interesse der breiten Öffentlichkeit.

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Die Bedeutung von Biodiversitätsstudien

Die Bedeutung von Biodiversitätsstudien

 

Wenn man am Beginn des neuen Jahrtausends über Biodiversität spricht, denkt man vor allem an ihren dramatischen Rückgang als Folge menschlicher Einflüsse auf die Biosphäre.

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Die Vielfalt des Lebendigen

Die Vielfalt des Lebendigen: Domänen und Reiche

 

Alle auf der Erde lebenden (exakter: bisher bekannt gewordenen) Organismen werden nach moderner Auffassung meist sechs Reichen zugeordnet – zwei prokaryotischen und vier eukaryotischen (Begriffe siehe S. 35): Bakterien und Archaea zählen zur ersten Gruppe, Protista (autotrophe und heterotrophe Einzeller; nach manchen Systemen auch Makroalgen), Plantae (Pflanzen), Fungi (Pilze) und Animalia (Tiere) zu den Eukaryoten.

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