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Das Mittelmeer


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Biogeographie der heutigen Fauna und Flora

Die Biodiversität des Mittelmeeres kann aus mannigfachen Gründen als bemerkenswert bezeichnet werden. Die mediterranen Arten stellen 6,2 Prozent der weltweiten marinen Biota, obwohl das Mittelmeer inklusive Schwarzem Meer nur 0,82 Prozent der gesamten weltweiten Ozeanoberfläche einnimmt und nur 0,32 Prozent des Gesamtvolumens ausmacht.

Diese Artenvielfalt wie auch die hohe Anzahl an Endemiten hängen mit der turbulenten geologischen Geschichte des Mittelmeeres zusammen. Es gab eine Reihe von drastischen klimatischen und hydrologischen Veränderungen sowie verschiedene Verbindungen zu angrenzenden Meeren und Ozeanen. Entscheidend ist auch die heutige Vielfalt an Lebensräumen, in denen Organismen unterschiedlichster Herkunft leben. Die hohe Artenzahl geht allerdings mit einer weitgehend niedrigen Produktivität und einer zumeist niedrigen Populationsdichte einher. Biodiversität, Endemismus, Populationsdichte und Produktivität lassen Gradienten erkennen, die von Nordwest nach Südost verlaufen. Was seine biotischen Eigenschaften anbelangt, kann das Mittelmeer daher durch folgende Punkte charakterisiert werden: bemerkenswerte Biodiversität, hoher Endemismusgrad, niedrige Produktivität und niedrige Populationsdichten sowie deren Gradienten.

Die räumliche Verteilung der Organismen hängt auch wesentlich von abiotischen Faktoren ab. In seiner Gesamtheit zeigt das Mittelmeer folgende Eigenschaften: hohe Wasseroberflächentemperatur, konstante, relativ hohe Temperatur in der Tiefe, hohe Salinität, Nährstoffabnahme und Gradienten dieser Faktoren. Beispielsweise nimmt die Wassertemperatur und Salinität nach Osten hin zu und der Nährstoffgehalt ab.

Klimatische Faktoren ermöglichen eine geographische Gliederung der Meeresgebiete in Regionen und Provinzen. Diese Gliederung muss mit der horizontalen und vertikalen Unterteilung des dreidimensionalen Wasserkörpers in Lebensräume in Einklang gebracht werden, Lebensräume, die durch die dort vorkommenden Organismen definiert sind. Das Mittelmeer ist maximal 5.120 m tief. Die herkömmlichen Definitionen von Tiefenzonen wie Bathyal, Abyssal und Hadal können daher nur bedingt oder gar nicht verwendet werden. Hinzu kommt, dass die Temperatur in der Tiefe nirgends 10 °C, geschweige denn 4 °C erreicht, die üblicherweise in der Tiefsee der Ozeane vorherrscht. Die Begrenzungen der einzelnen Tiefenstufen für die lichtlose Zone fällt vielfach unscharf aus (vgl. „Tiefsee“ im Kapitel „Lebensräume“).

das_mittelmeer/biogeographie/biogeographie_der_heutigen_fauna_und_flora.txt · Zuletzt geändert: 2015/09/04 11:50 von jakob