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Das Mittelmeer


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Endemische Elemente

Die hohe Anzahl endemischer Arten ist eines der hervorstechendsten Charakteristika des Mittelmeeres. Endemismen haben eine große Bedeutung als Ausdruck entwicklungsgeschichtlicher Isolation und sind besonders geeignet, die Abgrenzung biogeographischer Bereiche festzustellen.

Allerdings muss man zwischen Endemismen sensu stricto (s. s. = im engeren Sinn, also nur im Mittelmeer) und sensu lato (s. l. = im weiteren Sinn, also auch im Atlantik und/oder im Schwarzen Meer) unterscheiden. Neue Untersuchungen reduzieren in der Regel die Anzahl der Endemismen sensu stricto zugunsten derer sensu lato. Der größte Teil der Endemiten lebt benthisch im Phytal – ein Hinweis auf die allgemeine Tendenz, dass die meisten Endemiten im Mittelmeer in flacheren Gewässern zu finden sind und ihre Anzahl mit der Tiefe abnimmt. Nur eine kleine Gruppe von strikt abyssalen endemischen Arten ist bekannt. Einige dieser Arten werden wegen ihrer begrenzten geographischen Ausdehnung auch als biogeographische Indikatoren betrachtet. Rissoella verruculosa beispielsweise kommt ausschließlich im westlichen, Beckerella mediterranea hingegen nur im östlichen Mittelmeer vor (beides Rhodophyceae). Jedoch ist auch bei beweglichen Organismen der Anteil der Endemiten beachtlich.

das_mittelmeer/biogeographie/elemente/endemische_elemente.txt · Zuletzt geändert: 2015/08/26 17:48 von jakob