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Das Mittelmeer


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das_mittelmeer:biogeographie:historischer_ursprung

Historischer Ursprung der heutigen mediterranen Biota

Seit der ersten biogeographischen Gliederung in marine Provinzen durch Woodward (1866) wurden ökologische Faktoren für eine Erklärung der geographischen Verbreitung der Organismen als unzureichend befunden.

Edward Forbes hatte 1843 als Erster den Einfluss geologischer Phänomene auf die Verbreitung erkannt. Die geographische Verbreitung heutiger Arten ist demnach nicht allein das Resultat ökologischer Bedingungen, sondern geht auch auf historische Ereignisse zurück bzw. ist eine Kombination von genetischen Mechanismen mit der geologischen Geschichte, einer Geschichte, die an Turbulenz ihresgleichen sucht.

Seine heutigen Bewohner stammen aus unterschiedlichen Regionen und sind zu unterschiedlichen Zeiten ins Mittelmeer gelangt. Diese Zusammenhänge zu klären ist Gegenstand der Chorologie. Sie untersucht den Ursprung und die Verbreitung der Arten in Verbindung mit der Phylogenie und der Paläogeologie. Die einfachste chorologische Klassifikation gründet sich auf die Kombination von klimatischen Gürteln mit den wichtigsten ozeanischen Provinzen der Welt, in denen die verschiedenen Arten verbreitet sind oder von denen aus sie sich verbreitet haben. Demnach kann man im Mittelmeer folgende Gruppen unterscheiden: kosmopolitische, circumtropische (Tethysrelikte), indopazifisch-tropische, die entweder Tethysrelikte oder Lesseps’sche Migranten sind, atlantische, die atlantisch-subtropisch oder atlantisch-boreal sein können, und schließlich endemische Elemente, unter denen man paläoendemische Arten indopazifischen Ursprungs von neoendemischen Arten atlantischen Ursprungs unterscheiden kann.

das_mittelmeer/biogeographie/historischer_ursprung.txt · Zuletzt geändert: 2015/08/26 14:47 von jakob