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Das Mittelmeer


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Äolisches Georelief

Durch die Wirkung des Windes gebildete Landschaftsformen werden als äolisch bezeichnet. Manchmal können so ganze Inseln entstehen – wie Susak, eine kleine Nachbarinsel von Losinj in der Nordadria.

Der Name geht auf die Vorstellungswelt der Antike zurück: Äolus, der Wind, wurde vor allem unter den Griechen, später unter den Römern als lebendiges Wesen angesehen. Der Wohnsitz des Windbeherrschers lag spätestens seit Antiochos von Syrakus auf den Liparischen (Äolischen) Inseln nördlich von Sizilien.

Die modellierende Wirkung des Windes auf die Sedimente und die dadurch hervorgerufene Weiterformung des Reliefs wird äolische Geomorphodynamik genannt. Die Abtragung des Untergrundes durch den Wind nennt man Abblasung oder Deflation; vergleichbar mit der Wirkung eines Sandstrahlgebläses kann es eine landschaftsformende Wirkung als Wind- bzw. Sandschliff haben. Diese Art äolische Abtragung bezeichnet man auch als Korrasion; als Einzelformen entstehen so Pilzfelsen, Korrasionshohlkehlen oder Windkanter. Unter äolischer Fazies versteht man einen Sedimenttyp, der durch Windwirkung entsteht, unter äolischer Akkumulation (Windablagerung) geomorphologische Ablagerungsprozesse, die auf Windwirkung beruhen.

Zu den markantesten äolischen Landschaftsformen zählen die Sanddünen, ein im Mittelmeerraum durch den Tourismus und Verbauung bedrohter und immer mehr im Rückgang begriffener Lebensraum. Größere Dünengebiete gibt es noch in Südspanien, auf Mallorca, in Südfrankreich, auf Korsika und Sardinien, auf der Halbinsel Gargano, auf Kreta und in Nordafrika.

das_mittelmeer/geographie/aeolisches_georelief.txt · Zuletzt geändert: 2015/08/25 17:01 von jakob