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Das Mittelmeer


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Westliches Becken

Das fast 70.000 km2 große und maximal über 2.200 m tiefe Alboranmeer mit dem Alboranbecken zwischen Marokko, dem westlichen Teil Algeriens und Spanien folgt gegen Osten auf die Schwelle von Gibraltar und ist damit eine „Übergangszone“ zum Ozean, in vielerlei Hinsicht von diesem beeinflusst und in ozeanographischer Hinsicht besonders bemerkenswert:

Unterhalb von 80– - 100 m Tiefe strömt salzreiches Mittelmeerwasser in Richtung Gibraltar, in den darüber liegenden Schichten strömt Atlantikwasser gegen Osten. Das Algerische Becken geht kontinuierlich in das Balearische über und ist von diesem nicht durch eine markante Schwelle getrennt.

Das Algero-Provenzalische Becken – auch Balearenbecken genannt – zwischen Spanien und dem Sardinien-Korsika-Block in ost-westlicher sowie Frankreich/Italien und Algerien in nord-südlicher Richtung ist das größte und älteste Becken des Westmediterrans. Es hat eine Fläche von etwa 700.000 km2, ist fast 2.900 m tief und kann in weitere Bereiche unterteilt werden. Die größte Fläche nimmt die Sardinisch-Balearische Ebene ein, ein riesiges Gebiet mit sehr einheitlichen Tiefen zwischen etwa 2.400 und 2.850 m. Vor allem die südliche Hälfte dieser Ebene ist über Tausende Quadratkilometer ziemlich einheitlich zwischen 2.840 und 2.850 m tief. Im Norden und Nordosten führt das Korsisch-Ligurische Becken zum Ligurischen Meer. Das Balearenbecken hat zwei große Zuflüsse: den Ebro und die Rhône, beide mit bedeutenden Deltas. In der Region der Flussmündungen sind auch die weitesten Schelfe des Balearenbeckens ausgebildet. Vor dem Ebrodelta ist es bis 100 km breit; ansonsten sind die Schelfe schmal und durch zahlreiche untermeerische Canyons unterbrochen.

Korsika und Sardinien trennen das Balearenbecken vom jüngeren Tyrrhenischen Becken; nur eine enge Straße zwischen ihnen verbindet die beiden: die 12 - –13 km breite Straße von Bonifacio. Die beiden großen Inseln liegen auf einem gemeinsamen Schelf, das zwischen Cap Corse am Nordende Korsikas und der toskanischen Insel Capraia im Osten durch eine nur 6 Kilometer breite und 300 bis 500 m tiefe Rinne (Korsische Straße) vom Schelf der Apenninhalbinsel getrennt ist. Auf diesem breiten Schelfgebiet liegen die Toskanischen Inseln (Toskanischer Archipel).

Südlich von Sardinien, in der etwa 180 km breiten Straße zu Tunesien, leitet der Algerisch-Tyrrhenische Trog zum Tyrrhenischen Becken über, einem tiefen, geologisch sehr aktiven Meeresbecken des Mittelmeeres. Es ist durch junge Bildung ozeanischer Kruste (seafloor-spreading), untermeerische Berge (seamounts) und einen äußerst aktiven Vulkanismus gekennzeichnet. Südlich des Algerisch-Tyrrhenischen Troges liegt ein weites, eher flaches Meeresgebiet mit Tiefen zwischen 100 und 400 m und mehreren Erhebungen (Banco della Sentinella, Banco Estafette, Banco Skerki, Banco Silvia). Das flache Gebiet führt in weiterer Folge in die Schelfbereiche der Straße von Sizilien über.

Das Tyrrhenische Becken ist ca. 250.000 km2 groß und bis zu 3.500 m tief. Das Relief des Meeresgrundes ist sowohl am Sardinien-Korsika-Block im Westen als auch entlang der Apenninhalbinsel im Osten und Sizilien im Süden steil abfallend, das Schelf an den meisten Küsten eher schmal. Nur der bereits erwähnte Toskanische Archipel liegt auf einem breiten Schelf, das sich nach Südosten hin der Küste entlang zwar etwas verengt, über weite Strecken aber immerhin 22 - –30 km breit bleibt. Die durch den Tiber eingebrachten Sedimente haben zur Entstehung dieses Schelfs beigetragen.

Neben den Toskanischen Inseln Capraia, Elba, Pianosa, Montecristo, Gorgona, Giglio, Giannutri und anderen finden wir im Tyrrhenischen Meer weitere bekannte Inseln, darunter die einzigen aktiven Vulkaninseln des Westmediterrans: Ponza, Palmarola, Ventotene, Procida, Ischia, Capri, etwa 60 km nördlich von Sardinien Ustica und nordwestlich von Messina die Äolischen Inseln: Stromboli, Lipari, Vulcano, Saline, Filicudi und Alicudi. Nicht weniger bemerkenswert sind die untermeerischen Berge des Tyrrhenischen Meeres. Der Gipfel des Marsili Seamount liegt in nur 472 m Tiefe, die ihn umgebende Tiefsee-Ebene erreicht hingegen 3.300 m.

das_mittelmeer/geographie/das_west-_und_ostbecken/westliches_becken.txt · Zuletzt geändert: 2015/09/02 14:35 von jakob