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Das Mittelmeer


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Gliederung des Mittelmeeres

Das Mittelmeer erstreckt sich über eine tektonisch aktive Kollisionszone zwischen Europa und Afrika. Seine geographische Grenze nach Westen ist durch die Linie zwischen Kap Trafalgar und Kap Spartel (Ra’s Spartel) markiert, das heißt, die ganze Länge der Straße von Gibraltar wird noch zum Mittelmeer gerechnet).

Die Gesamtlänge der Küstenlinie des Mittelmeeres beträgt etwas über 48.000 km, die größeren mediterranen Inseln mit etwa 20.000 km Küstenlinie eingeschlossen. Von dieser Gesamtlänge entfallen auf die europäische Küste 36.570 km, auf die asiatische 5.450 km und auf die afrikanische 5.740 km; dazu kommen Zypern mit 780 und Malta mit 180 km Küstenlänge. Die größte West-Ost-Erstreckung des Mittelmeeres beträgt ca. 3.800 km, die größte Nord-Süd-Distanz (zwischen Frankreich und Algerien) 900 km. Die durchschnittliche Tiefe liegt bei 1.500 m, etwa 20 Prozent seiner Fläche sind weniger als 200 m tief und gehören zum Kontinentalschelf.

Die starke topographische Gliederung des Mittelmeeres ist bei einem Blick auf die Karte offensichtlich. Dieses Meer bildet kein homogenes Ganzes, sondern besteht aus einzelnen Teilbereichen – Becken –, die sich sowohl geologisch, in ihrer Entwicklungsgeschichte als auch ozeanographisch und in weiterer Folge zum Teil biogeographisch unterscheiden. Eine Reliefkarte des Meeresbodens und Karten mit eingezeichneten Tiefenlinien leisten dabei gute Dienste.

Die einzelnen Becken sind durch Meerengen, Inselketten oder untermeerische Schwellen voneinander getrennt, doch wird diese Trennung nicht immer deutlich. Die Abgrenzungen und Namen haben zum Teil historische Wurzeln und gehen auf eine Zeit zurück, als von ihrer Entstehung und ihrem Charakter noch nicht viel bekannt war. Die meisten Teilbecken des Westbeckens sind durch Dehnung, das dadurch bewirkte Dünnerwerden kontinentaler Kruste und die anschließend einsetzende Bildung ozeanischer Kruste durch seafloor-spreading entstanden. Diese These schließt nicht aus, dass bei ihrem Entstehen verschiedene Mechanismen und Vorgänge wirksam waren und dass die Genese für jedes Gebiet gesondert analysiert werden muss. Auch das Alter der einzelnen Becken ist unterschiedlich. Die klimatischen (Winde, Temperatur) und ozeanographischen Bedingungen (Strömungen, Gezeiten, thermohaline Konvektion usw.) in den einzelnen Teilbereichen sind im Kapitel „Ozeanographie“ dargestellt.

Vom Atlantischen Ozean, der bereits dicht angrenzend Tiefen von 5.000 m erreicht, ist das Mittelmeer durch die Iberische Halbinsel und das marokkanische Eckland getrennt, die einen nur 14 km breiten Durchlass, die Straße von Gibraltar offen lassen. Entscheidend ist, dass dieser Durchlass in seiner vertikalen Dimension stark eingeengt ist: Die untermeerische Gibraltarschwelle ist stellenweise nur zwischen 284 und 320 m tief. Diese ebenso schmale wie seichte Abtrennung prägt entscheidend die Ozeanographie des Mittelmeeres. Analog dazu ist eine weitere vergleichbare Schwelle zu nennen, die das Mittelmeer in ein West- und ein Ostbecken trennt, die Sizilienschwelle.

Die Verdunstung nimmt nach Osten und Süden hin ständig zu und ist mit 156 cm/Jahr um ein Vielfaches höher als der Wassereintrag durch Niederschläge (30 cm/Jahr). Weder die in das Mittelmeer mündenden Flüsse (20,1 cm/Jahr) noch der Nettozufluss aus dem Schwarzen Meer (12 cm/Jahr) vermögen dieses Defizit auszugleichen. Daran ist die Bedeutung des mit etwa 1m/s zuströmenden Atlantikwassers zu messen; der jährliche Zufluss beträgt 95,6 cm/Jahr.

Weiterlesen das West- und Ostbecken...

das_mittelmeer/geographie/gliederung_des_mittelmeeres.txt · Zuletzt geändert: 2015/09/02 13:47 von jakob