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Das Mittelmeer


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das_mittelmeer:geologie

Geologie Einleitung

Das Europäische Mittelmeer ist weder geologisch noch ozeanographisch oder biogeographisch eine homogene Einheit, ebenso wenig wie das umgebende Land. Es liegt in der Kollisionszone der Afrikanischen und der Eurasischen Platte bzw. der dazugehörigen Lithosphäre und gehört geologisch gesehen zu den komplexesten Regionen der Welt.

Die sichtbaren geomorphologischen Ausprägungsformen mediterraner Festlandküsten mit den zahlreichen das Becken umschließenden Gebirgszügen und Inseln, die zu Inselketten, Inselbögen oder Archipelen gruppiert sind, wie etwa in der Ägäischen Inselwelt, werden erst nach einer Erläuterung der Tektonik und Geologie der Region verständlich. Diese Abhandlung bietet auch geologischen Laien ein möglichst verständliches Bild der Plattentektonik. Viele geographisch-topographische, ozeanographische, ökologische und biogeographische Zusammenhänge werden dadurch leichter verständlich, etwa die Tatsache, dass sich das viel ältere östliche Becken in vielerlei Hinsicht vom jüngeren westlichen Mittelmeerbecken unterscheidet.

Dass der Süden Siziliens mit dem Vulkan Ätna und die Insel Malta geologisch gesehen ein Teil Afrikas sind, dass die vermutlich älteste ozeanische Kruste der Welt im östlichen Mittelmeer zu finden ist, dass das gesamte Mittelmeerbecken vor sechs Millionen Jahren einer Salzwüste glich und dass große Teile der Adria vor 15000 Jahren trockenes Land waren, sind nur einige interessante Themen dieser Abhandlung.

Die Erde ist ein hochgradig durch Wasser geprägter Planet – 70,8 Prozent ihrer Oberfläche sind von Wasser bedeckt. Die Dominanz der Meere wird durch die Geologie nochmals stark unterstrichen: Etwa 60 Prozent der Erdkruste bestehen aus ozeanischer Kruste, die nur am Grund der Weltmeere durch seafloor-spreading entstehen kann. Die Differenz dieser Zahlen beträgt etwa 10 Prozent; sie zeigt, dass Teile kontinentaler Kruste vom Meer bedeckt sind. Hier liegt der Kontinentalschelf, ein für die Gesamtökologie des Meeres und seine wirtschaftliche Nutzung durch den Menschen enorm wichtiger Bereich.

Die Gestalt der Meere und damit der Küstenlinie des Festlandes ist in ständiger Veränderung begriffen. Ein Großteil dieser Vorgänge – da mit dem Maßstab eines Menschenlebens gemessen zu langsam – verläuft von uns unbemerkt, doch lassen sie sich heute durch moderne wissenschaftliche Methoden eindeutig nachweisen.

Die Gestalt des Mittelmeeres, so wie es sich heute darstellt, ist erdgeschichtlich gesehen jung, nämlich etwa 5,3 Millionen Jahre – wenn man seine später ausführlich beschriebene Austrocknung (Messinische Salinitätskrise) und Wiederauffüllung und damit „zweite Geburt“ als Basis nimmt. Bereits Jahrmillionen vor dem Messinian* hatte das Mittelmeer allerdings eine vergleichbare Form und an manchen Stellen auch eine vergleichbare Tiefe. Andererseits hat es nach dem Messinian regional und lokal gewaltige Veränderungen gegeben: Meeresböden sind abgesunken, neue Meeresbereiche entstanden (Ägäis), und an vielen Stellen ist es durch tektonische Vorgänge zu Veränderungen der Küstenlinie gekommen. Das Tyrrhenische Meer war beispielsweise am Anfang des Pliozäns (5,3 Millionen Jahre) ein kleineres Flachmeer und das Ionische Meer viel breiter als heute. Während des Pleistozäns ist es zu vielen Transgressionen und Regressionen des Meeres gekommen.

Grundlagen der Plattentektonik

Der Aufbau der äußeren Hülle unserer Erde, der Lithosphäre, steht am Anfang dieser Einführung in die Geologie und Entstehungsgeschichte des Mittelmeerraumes. Der entscheidende Begriff, die Plattentektonik, deutet bereits an, dass die Lithosphäre keine starre, unveränderliche „Haut“ unseres Planeten ist, sondern aus sich bewegenden Platten besteht.

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Die Platten der Lithosphäre

Die Lithosphäre der Erde besteht aus acht Hauptplatten (Pazifische, Nazca-, Cocos-, Indoaustralische, Afrikanische, Eurasische, Südamerikanische und Nordamerikanische) und zahlreichen kleineren, öfter schlecht definierten Platten mit diffusen Grenzen.

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Der Schelf

Könnte man das Wasser aus dem mediterranen Becken entfernen – wie dies während der Messinischen Salinitätskrise bereits passiert ist –, würde eine bemerkenswerte Landschaft zum Vorschein kommen, die neben ausgedehnten, durch dicke Sedimentschichten mehr oder weniger eingeebneten Flächen der Tiefsee (abyssal plains) auch vielfältige, stark gegliederte topographische Formen zeigte: Vulkane, steile Berge, lange Gebirgszüge, Schluchten und tiefe Gräben oder Canyons. Als besonders markante Erscheinung würde der küstennahe Schelf sichtbar werden.

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Entstehung des Mittelmeeres

Die stark gegliederte und wie aus Puzzlebausteinen zusammengesetzte Topographie des Mittelmeerraumes mit den vielen Gebirgszügen rund um das mediterrane Becken sind eine Folge komplexer tektonischer Vorgänge.

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Tethys und Paratethys

Für das bessere Verständnis der Entstehungsgeschichte des Mittelmeeres, des Schwarzen Meeres, des Kaspischen Meeres und des Aralsees sowie der angrenzenden Regionen Eurasiens spielt die Paratethys eine entscheidende Rolle.

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das_mittelmeer/geologie.txt · Zuletzt geändert: 2015/08/25 18:09 von jakob