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Das Mittelmeer


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das_mittelmeer:geschichte:1._jahrtausend_v._chr

1000 - 400 v. Chr.

Die ersten ozeanographischen Erkenntnisse sind im Mittelmeerraum sicherlich mit dem Aufkommen der Schiff- bzw. Seefahrt verknüpft.

Die Phönizier waren in den letzten beiden vorchristlichen Jahrtausenden die erste mediterrane Seefahrernation später abgelöst durch die Griechen –, obwohl es schon in der vorphönizischen Zeit brauchbare Wasserfahrzeuge und Erkundungen von fernen Küsten und Inseln gegeben haben muss. Die Phönizier waren sehr wahrscheinlich die ersten, die das Mittelmeer – und damit die Grenzen der damals bekannten Welt – über die Straße von Gibraltar (“ Säulen des Herakles“) verlassen haben und entlang der afrikanischen Küste nach Süden gesegelt sind. Um 650 v. Chr. umsegelten die Phönizier im Auftrag des Pharao Necho das Kap der Guten Hoffnung und die Südspitze Afrikas mit Kap Agulhas, ein Unterfangen, das den Europäern erst 2000 Jahre später wieder gelungen ist, und zwar durch den Portugiesen Bartolomeu Diaz.

Man vermutet – und das wäre für jene Zeit eine ungeheure Leistung –, dass die Phönizier die Strömungsverhältnisse zwischen den Säulen des Herakles, also die in entgegengesetzte Richtung fließende Oberflächen- und Tiefenströmung in der Straße von Gibraltar kannten. Wenn das zutrifft, so nutzten sie in diesem für Seefahrer extrem schwierigen Terrain das in der Tiefe ausströmende Mittelmeerwasser und ließen sich durch in die Tiefe hinabgelassene “Segel“ (Treibanker) mit der Tiefenströmung aus dem Mittelmeer ziehen. Wiederum dauerte es Jahrhunderte bzw. mehr als zwei Jahrtausende, bis man im Bosporus eine vergleichbare Leistung wiederholen konnte (siehe 1681).

625 - 547 v. Chr.

Thales von Milet hielt das Wasser für den Urgrund aller Dinge. Gesichertes Wissen über Thales ist rar, aber nach Aristoteles war er der Begründer der ionischen Naturphilosophie. Das Meer spielte in seiner Kosmologie eine zentrale Rolle.

610 - 546 v. Chr.

Anaximander von Milet, Schüler des Thales, nahm an, dass alles Leben ursprünglich aus dem Wasser (Meer?) hervorgegangen sei. Mit seinem Entwicklungsgedanken, wonach alle Tiere zunächst eine fischartige Gestalt besessen hätten, beeinflusste er später Aristoteles.

384 - –322 v. Chr.

Aristoteles, der Gründer der Peripatetischen Philosophenschule in Athen, näherte sich durch seinen empirischen Ansatz der modernen naturwissenschaftlichen Methodik. Er verließ sich nicht auf metaphysische Spekulationen, sondern suchte nach empirischer Erfahrung und wurde damit zum “Vater der induktiven Wissenschaft“ und “Begründer der Meeresbiologie“.

330 v. Chr.

Der griechische Geograph und Astronom Pytheas aus Massalia (Marseille) unternahm von seinem Geburtsort aus eine Schifffahrt zu den Britischen Inseln. Er hat als einer der Ersten den Einfluss des Mondes auf die Gezeiten erkannt, schätzte aber den beträchtlichen Tidenhub im Nordatlantik mit bis zu 40 m weit übertrieben ein. Dass er so beeindruckt war, wird verständlicher, wenn man die geringen Gezeitenunterschiede an seinen heimatlichen Küsten am Mittelmeer bedenkt.

284 - 202 v. Chr.

Eratosthenes von Kyrene, einer der brillantesten Denker der Antike, ein Freund von Archimedes und seit 264 v. Chr. Leiter der großen Bibliothek von Alexandria, errechnete den Erdumfang. Er kam auf etwa 46.000 km (nach anderen Angaben auf 41.000 km; der heute anerkannte Wert liegt bei 40.006 km Polumfang). Durch die Festlegung eines Koordinatennetzes schuf er die Voraussetzung für den Entwurf einer Gradnetzkarte der antiken Welt. Er stellte fest, dass der Wechsel zwischen Ebbe und Flut zweimal täglich stattfindet.

135 - 51 v. Chr.

Poseidonios ermittelte nach Angaben des griechischen Geographen Strabo bei Sardinien die “Tiefe des Meeres“ mit etwa 1.800 - –2.000 m oder 6.000 Fuß. Er erkannte den Einfluss des Mondes auf die Gezeiten und berechnete wie Eratosthenes vor ihm den Erdumfang – mit 29.000 km allerdings wesentlich ungenauer als sein Vorgänger. 23/24–79 n.Chr. Plinius der Ältere (Gaius Plinius Secundus) verfasste in dem erhaltenen 37-bändigen Werk Naturalis historiae libri ein Kompendium des ganzen naturkundlichen Wissens seiner Zeit. Das Mittelmeer bezeichneten die Römer damals als Mare internum oder Mare intestinum. Plinius kannte – wie auch schon Aristoteles vor ihm – die Strömung, die durch das ins Mittelmeer einströmende Atlantikwasser entsteht (limen maris interni) und die sich bis weit ins östliche Mittelmeer bemerkbar macht; er beschäftigte sich auch mit den Gezeiten und ihrem Zusammenhang mit den Mondphasen. Plinius ist im Jahr 79 n. Chr. beim Ausbruch des Vesuvs ums Leben gekommen.

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das_mittelmeer/geschichte/1._jahrtausend_v._chr.txt · Zuletzt geändert: 2015/09/04 14:39 von jakob