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Das Mittelmeer


Wissenschaftliche Arbeiten

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das_mittelmeer:lebensraeume

Bedrohte Paradise

Die WDR-Serie Bedrohte Paradiese startete 2008 mit einer Folge über das Rote Meer und mit Beteiligung von mare-mundi und RSEC. Diese Dokumentation gewann zwei wichtige Preise.

2008 - 2010: die story - WDR Fernsehen

  • Teil 1: Bedrohte Paradiese:Rotes Meer - Letzte Tage im Paradies
  • Teil 2: Malediven - Ein Paradies geht unter
  • Teil 3: Kanaren - Inseln der Umweltsünder
  • Teil 4: Golf von Mexiko - Die Folgen der Ölkatastrophe
  • Teil 5: Kreta und die Inseln Griechenlands - Müllkippen im Mittelmeer
  • Teil 6: Thailand - Naturzerstörung im Tropenparadies
  • Teil 7: Mallorca und die Balearen - Ferienparadies am Abgrund

Bedrohte Paradiese: Fotos von den Dreharbeiten zur WDR-Doku

Dreharbeiten auf Krk, Juni 2011

Spannende Tage mit viel Romantik, kulinarischen Besonderheiten und spannenden Menschen: wir bereiten einen Dreh vor: Schau vorbei auf forum natur & zukunft

Lebensraum Einleitung

In der Vielfalt und seiner engen Verzahnung der Teillebensräume ist das Mittelmeer ebenso komplex wie in geologischer, geographischer und ozeanographischer Hinsicht. Die reiche Reliefgliederung der Küstenlandschaft als Folge tektonischer Dynamik, eustatischer Schwankungen des Meeresspiegels, Erosion und Sedimentation setzt sich unter dem Meeresspiegel in zum Teil imposanten Unterwasserlandschaften fort.

Bereits auf den ersten Blick werden unterschiedliche „Teillebensräume“ oder „Bereiche“ wie Hartböden (primäre Hartböden aus anstehendem Fels), Sedimentgrund (etwa Geröll, Blockfelder, Sand, Schlamm = Weichboden), sekundäre Hartböden biogenen Ursprungs (Coralligène), Seegraswiesen, Algenbestände und andere erkennbar. In der Fachsprache werden Lebensraum-Untereinheiten, die sich durch ihre Lebensgemeinschaften deutlich von anderen abgrenzen lassen, als Fazies bezeichnet. Meistens werden solche Fazies nach einer oder mehreren besonders charakteristischen Arten der Lebensgemeinschaft benannt.

Die ausführliche UNEP-Klassifizierung mariner Habitattypen für die mediterrane Region (1998), die sich nach Charakterarten richtet, zeigt deutlich, dass allzu vereinfachte Gliederungsversuche des Benthals oberflächlich und wenig zielführend bleiben müssen. Diese Typologie unterscheidet für jede Tiefenstufe, also das Supra-, Medio-, Infra- und Circalitoral sowie das Bathyal und Abyssal, zahlreiche Fazies oder „Teilbereiche“ mit spezifischen Biozönosen und auffälligen oder besonders typischen Arten (Charakterarten).

Ein Beispiel:

  • Infralitoral
  • Steine und Geröll
  • Biozönose infralitoraler Geröllfelder
  • Fazies mit Gouania wildenowi

Eine Erklärung der Nomenklatur sei hier kurz vorweggenommen: Infralitoral ist der ständig vom Wasser bedeckte, seichteste, küstennahe Bereich des marinen Lebensraumes (nach anderen bzw. älteren Nomenklaturen: oberes Sublitoral). Innerhalb dieses Bereichs findet man häufig Strände aus mehr oder weniger glatt abgerundeten Geröllsteinen. Wenn diese die entsprechende Körnung haben – in den tieferen Schichten müssen kleinere Steinchen in Kiesgröße zu finden sein –, kommt in diesem Habitat ab der Mittelwasserlinie mit ziemlicher Sicherheit die erwähnte Schildfischart vor. Man kann sie vom Ufer aus im engen Lückenraum zwischen kleineren Steinen finden. Analog dazu wird der marine Lebensraum von der Spritzwasserzone bis in die Tiefsee in zahlreiche Teilbereiche oder Fazies unterteilt.

Warum diese Lebensräume und die dazugehörigen Lebensgemeinschaften so sind, wie sie sich uns darstellen, welche Kräfte sie geschaffen haben, sie ständig weiter prägen und formen, welche Organismen sie bewohnen und zum Teil – wie etwa im Fall der Seegraswiesen – auch bilden und welche ökologische Rolle sie im Gesamtsystem Mittelmeer spielen, ist Gegenstand dieser Abhandlung.

Gliederung mariner Lebensräume

Ein Gesamtökosystem ist durch komplexe Wechselwirkungen zwischen abiotischen Umweltfaktoren und Mikroorganismen, Pflanzen und Tieren geprägt. Die physikalischen Faktoren wirken in unterschiedlicher Weise auf Pflanzen und Tiere und stellen die gestaltenden Kräfte der Lebensräume, Habitate oder Fazies dar.

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Benthal und Pelagial

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen dem Benthal und dem Pelagial, zwischen zwei grundverschiedenen Reichen mit eigenen Gesetzmäßigkeiten, allerdings mit den bereits betonten Wechselwirkungen. Unter Benthal (gr. benthos = Tiefe) versteht man die Gesamtheit aller Lebensräume des Meeresbodens, von der Wasserlinie bis in die Tiefseegräben; unter Pelagial (gr. pelagos = offene See) den Freiwasserraum eines Gewässers bzw. die Gesamtheit aller Lebensräume des Freiwassers von der küstennahen Zone bis zur Hochsee.

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Das Pelagial bzw. Pelagos

Der Lebensraum des freien Wasserkörpers, das Pelagial, wird in eine neritische und eine ozeanische Provinz gegliedert. Die neritische Provinz umfasst die küstennahen Gewässer über dem Kontinentalschelf. Im Mittelmeer ist es mit einigen Ausnahmen eine eher schmale Zone. Die Grenzen der neritischen Zone sind auf der einen Seite durch das Festland, die terrestrischen Lebensräume festgelegt, auf der anderen Seite durch die Hochsee, die ozeanische Provinz. Zwei grundverschiedene Ökosysteme, das Land und die offene See, schließen somit diesen Bereich ein.

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Typologie des Substrats im Benthal

Je nachdem, ob eher geologische oder eher ökologische bzw. meereskundliche Aspekte die Denkweise des Bearbeiters prägen, können verschiedene Gliederungsmodelle bzw. Typologien des Benthals Anwendung finden.

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das_mittelmeer/lebensraeume.txt · Zuletzt geändert: 2015/08/26 11:36 von jakob