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Das Mittelmeer


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Typologie des Substrats im Benthal

Je nachdem, ob eher geologische oder eher ökologische bzw. meereskundliche Aspekte die Denkweise des Bearbeiters prägen, können verschiedene Gliederungsmodelle bzw. Typologien des Benthals Anwendung finden.

Eine von Geologen vorgeschlagene und von manchen Meeresbiologen übernommene Typologie unterscheidet Felsböden (anstehender Fels ohne Sedimente), Hartböden (aus beweglichen mineralischen Bestandteilen unterschiedlicher Größe gebildeter Boden: von Geröll und Kies bis zu feinen Sandkörnern; mit Interstitialräumen und -fauna), Weichböden (aus feinsten anorganischen und organischen Partikeln gebildeter Boden; Partikelgröße > 0,001 mm; ohne Interstitialräume und -fauna) und Mischböden (Übergangsbereiche zwischen den drei erwähnten Formen).

Diese Gliederung trägt theoretisch vor allem geologischen Aspekten Rechnung; da jedoch kein Gliederungsversuch sämtlichen Aspekten gerecht werden kann, wird ihr in diesem Werk aus mehreren Gründen nicht gefolgt: Aus ökologischer Sicht problematisch erscheint die Gleichsetzung von Block- und Geröllgründen mit Sandgründen in der Kategorie Hartböden anstelle von Sedimentböden. Jedes Sandkorn kann zwar als kleiner Block aufgefasst werden, und alle diese („Hart-“) Böden haben einen ökologisch hochinteressanten Lücken- oder Interstitialraum; dennoch erscheint es sinnvoller, grundsätzlich zwischen Hartböden und Sedimentböden zu unterscheiden. Hartböden können aus anstehendem Fels bestehen oder als Felsblöcke unterschiedlicher Größe und Geröll zum Teil mobil sein. Natürlich ist auch dieser Ansatz nicht widerspruchsfrei, denn Blöcke, Geröll und Kies sind gleichfalls Sedimente. Vor allem die Mobilität größerer Blöcke ist allerdings nicht mit jener von Sandkörnern vergleichbar. Auf wenig bewegten, stabilen Felsblöcken kann eine völlig identische Lebensgemeinschaft siedeln wie auf anstehendem Fels, das trifft jedoch auf Sedimente in Kiesgröße nicht mehr zu.

Sedimentböden bestehen nach der hier präsentierten Gliederung aus Sand unterschiedlicher Körnigkeit, Schlamm, Silt und Ton. Oft sind die einzelnen Komponenten vermischt. Diese Gliederung entspricht insgesamt den zu Kapitelbeginn erwähnten Richtlinien der UNEP, die für die meisten Tiefenstufen Hartböden als anstehenden Fels (hard beds and rocks), Hartböden als Block und Geröll (stones and pebbles) und verschiedene Sedimentgründe (Sand und Schlamm) unterscheidet.

das_mittelmeer/lebensraeume/typologie_des_substrats_im_benthal.txt · Zuletzt geändert: 2015/08/26 11:48 von jakob