Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


Seitenleiste

Inhalt

Das Mittelmeer


Wissenschaftliche Arbeiten

About

das_mittelmeer:oekologische_situation:problemkreis_oel

Problemkreis Öl

Als Folge des hohen Energiebedarfs in Europa gehört das Mittelmeer heute zu den am stärksten mit Öl belasteten Gewässern der Erde. Öl als Träger fossiler Energie ist die Basis der Industrie und des Verkehrs sowie der modernen Landwirtschaft.

Es ist die wichtigste Energiequelle und damit auch die bedeutendste Ressource der modernen Zivilisation. Doch Öl ist für die meisten biologischen Systeme giftig und gilt als einer der größten Umweltschadstoffe.

Ölverschmutzungen sind auf natürliche Verluste aus Erdölfeldern, auf Immissionen oder Schiffskatastrophen zurückzuführen. Während Ölverschmutzungen an Land meist lokal begrenzt, relativ leicht zu bekämpfen und ihre Auswirkungen meist vorhersehbar sind, sind sie im Meer nur schwer einzudämmen und werden von Gezeiten, Strömungen, dem Wellengang und der Wetterlage unvorhersehbar beeinflusst.

Zum einen gelangen durch die Erdölgewinnung an Land belastete Abwässer über Böden und Flüsse ins Meer, zum anderen fließt bei der Förderung der auf See stationierten Anlagen Öl ins Meerwasser. Die größte Gefahr geht jedoch vom Transport des Öls und seiner Nebenprodukte per Schiff aus. Havarien von Supertankern sind Katastrophen, bei denen enorme Ölmengen große Meeres- und Küstenbereiche verunreinigen. In den letzten Jahren ist die Zahl der Raffinerieneubauten rund um das Mittelmeer stark angestiegen; dadurch erhöhte sich die Zahl der notwendigen Transporte und damit die Gefahr einer Havarie beträchtlich. Weniger spektakulär, aber von großer Bedeutung für das Mittelmeer sind kleinere Schiffsunglücke, Unfälle im Zusammenhang mit der Ölförderung sowie die chronische Verseuchung durch das willkürliche Ablassen von Ballast- und Spülwasser aus Schiffstanks und Lagerstätten an Land. Zwar sind die Betreiber der Raffinerien verpflichtet, Möglichkeiten zur Ballast- oder Spülwasserentsorgung anzubieten, doch die Entsorgung ist teuer, und so landet das Gemisch aus Rohölresten, Meerwasser und Schiffsmaschinenöl oft ungeklärt im Meer. Die Bereiche in der Nähe von Raffinerien und Häfen sind chronisch belastet, und auch an manchen Stränden Kretas liegen die Ölablagerungen bis zu einem halben Meter hoch.

Die griechischen Häfen sind Verkehrsknotenpunkte des internationalen Erdölhandels. Über 100 Millionen Tonnen werden jährlich durch die Ägäis transportiert. Neben den alten Schifffahrtsrouten durch den Bosporus bestehen Pläne, Pipelines zum Mittelmeer zu bauen, über die das geförderte Öl aus dem Kaspischen Meer an die türkische und weiter an die griechische Küste gelangen soll. Von dort wird das Öl mit Tankschiffen ins restliche Europa transportiert.

das_mittelmeer/oekologische_situation/problemkreis_oel.txt · Zuletzt geändert: 2015/09/02 10:44 von jakob