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Das Mittelmeer


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Ozeanographie (Meereskunde i. e. S.)

Teilbereich der Ozeanologie, der die Physik und Chemie der Meere untersucht, also etwa Fragen des Wasserhaushalts, der Temperaturverhältnisse, der Salinität, der unterschiedlichen Wasserkörper, der Wasserbewegungen wie Strömungen und Zirkulationen (darunter die äußerst wichtigen thermohalinen Konvektionen), Wellen und Gezeiten – alle Bewegungserscheinungen und physikalisch-chemischen Eigenschaften des Meerwassers also.

Auch die Meteorologie steht wegen der vielfachen Wechselwirkungen zwischen Weltmeer und Atmosphäre in engem Zusammenhang mit der Ozeanographie.

Die genannten Wissensgebiete werden als allgemeine Ozeanographie zusammengefasst. Im Wesentlichen geht es um alle abiotischen ökologischen Faktoren, die Umweltbedingungen, die auf die marine Organismenwelt wirken und die Rahmenbedingungen ihrer Existenz schaffen. Unter spezieller Ozeanographie wird die Beschreibung und Erfassung der einzelnen Meeresräume im Sinne der Großgliederung des Meeres verstanden.

Die Ozeanographie ist – obwohl sie sich streng genommen mit physikalisch-chemischen, hydrographischen Phänomenen und Parametern befasst – aus zahlreichen Gründen eng mit biologischen Aspekten der Erforschung des Pelagials verknüpft. Beide Bereiche sind verzahnt, abiotische und biotische Aspekte der pelagischen Ökologie können schwer voneinander getrennt werden. Ozeanographen (die etwa Physiker oder Chemiker sein konnten) wurden vielfach zu “ozeanographischen Biologen“. Im Englischen spricht man oft von biologischer Ozeanographie, wenn biologische Aspekte und Fragestellungen im Mittelpunkt ozeanographischer Forschung stehen (als dritte “Sphäre“ nach der physikalischen und chemischen Ozeanographie; zusätzlich spricht man noch von geologischer Ozeanographie).

Erste Ansätze einer “Ozeanographie”, wenngleich noch nicht unter diesem Namen, gehen auf den griechischen Philosophen Poseidonios (135 - –51 v. Chr.) zurück, der auf Rhodos eine Schule leitete. Er erkannte den Einfluss des Mondes auf die Gezeiten und beschäftigte sich unter anderem mit Strömungen. Als Begriff wurde die Ozeanographie aber erst viel später – Mitte des 19. Jahrhunderts – geläufig. Das erste deutschsprachige Lehrbuch der Oceanographie ist 1857 in Wien erschienen (von August Jilek), ab den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts war der Begriff in deutschen Lexika geläufig.

Etwas später und aus dem Deutschen kommend hat sich oceanography (= marine science) in der englischsprachigen Fachwelt und in weiteren europäischen Sprachen durchgesetzt – wie schon vorhin dargestellt. Ozeanographie wurde als Analogie bzw. als Gegenstück zur Geographie verstanden.

das_mittelmeer/ozeanographie/ozeanographie_meereskunde_i._e._s.txt · Zuletzt geändert: 2015/09/04 13:45 von jakob